Kohlböck kann nicht kommen

Jahr: 2007
Regie: Christian Strasser

Meinungen und Ansichten:

Sehnsüchte, Träume, Wünsche, Schmerz, Enttäuschung zur Sprache, ins Wort zu bringen und dann ins Leben zu stemmen gelingt dem Einzelnen immer weniger. In den Monologen der Figuren in Kohlböcks Programm bekommen all jene eine Stimme, denen ansonsten die Stimme versagt.

Das wohltuende an Kohlböck ist, das er grundsätzlich mit der Tür ins Haus fällt. Das Publikum, das hinter dieser Tür sitzt um abgeholt zu werden empfindet diese Form der brachialen Gewaltabholung aber nicht als unangenehm. Gerne lässt es sich an der Hand nehmen und durch das Spiegelkabinett menschlicher Freuden und Abgründe führen – immer mit dem leichten Unbehagen dass vielleicht der eigene Charakter schon der nächste ist der auf der Liste der Parodien steht.

Kohlböck lädt ein das Gefühl des Lachens auf halben Wege zu genießen.

Dem Zuschauer bleibt das Lachen bei Kohlböcks Kabarett nicht im Hals stecken sondern zwischen Zwerchfell und Lunge. Dabei wird ein erstaunlich intensiver, reflexiver Lachschmerz ausgelöst, der immer wieder bewusst macht das ich im Spiel meines Lebens manchmal heroisch, ein anderes mal erbärmlich in eben diesem Leben stehe – wie die Kohlböckischen Kunstfiguren auch…

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